hor-deko-bild-2

Die Lebensgemeinschaft und ihr Standort

streitplatz-gebaeude-1Die Lebensgemeinschaft Streitplatz liegt in Birkelbach, einem Dorf mit ca. 900 Einwohnern und gehört zur Gemeinde Erndtebrück (ca. 8000 Einwohner). Birkelbach verfügt über jeweils einen Sport-, Gesangs- und Schützenverein. Des Weiteren verfügt die Gemeinde Erndte­brück über eine Vielzahl von Vereinen (Fußball-, Sport-, Wan­der-, Karneval-, Schützen-, Musikverein etc.), eine aktive Dorfjugend, ein Hallenbad und Wintersportmöglichkeiten. Einkaufsmöglichkeiten und Ärzte unterschiedli­cher Fach­richtun­gen sind ausreichend vor­handen.

Birkelbach verfügt über eine Grundschule, weiterführende Schulen, die Rothaarsteig – Schule (Hauptschule) und eine Realschule liegen ca. 5 km entfernt in Erndtebrück. Der Be­such eines Gymnasiums ist in verschiedenen Orten in 11 bis 22 km Entfernung möglich. Ein Berufskolleg befindet sich in Bad Berleburg, weitere Berufsschulen in Siegen (35 km), des Weiteren gibt es folgende Schulen mit Förderschwerpunkten: Lernen und Sprache in Bad Laasphe, Soziale und Emoti­onale Entwicklung in Bad Berleburg, für Schwerhörige, Seh- oder Sprachbehinderte in Olpe und für Erziehungshilfe in Wenden-Schönau. Die Orte sind per Bus, mit der Rothaarbahn oder der Kur Hessenbahn zu erreichen. Ferner besteht die Möglichkeit einer Fernbeschulung über das Internet.

Die Kinder und Jugendlichen, die in der Lebensgemeinschaft Streitplatz leben, nehmen einmal wöchentlich an einem Psychomotorik Kurs der Bewegungsschule MoBIS in Siegen-Birlenbach teil, bei dem mit Spaß an der Bewegung eine Steigerung der koordinativen und konditionellen Fähigkeiten und des Selbstbewusstseins erzielt wird. Ferner ist eine Teilnahme an Intensivkursen dort ebenso möglich.

Die Lebensgemeinschaft ist auf einem Bauernhof untergebracht und liegt am Rande von Bir­kelbach. Das Grundstück mit zuge­hörigen Weiden ist ca. 45000 qm groß, das Wohnhaus mit Zwischengebäude stellt 160 qm Wohnfläche zur Verfügung, daran schließen Stallungen und Scheunen an. Das Wohnhaus verfügt im Erdgeschoss über 1 Wohnzimmer, 1 Wohnküche mit Vorratskammer, 1 Büro, 1 Mitarbeiterzimmer und 1 Bad. Im Obergeschoss be­finden sich 4 Kinderzimmer und 1 weiteres Bad. Ein Mitarbeiter wohnt als ständiger Ansprechpartner im Dachgeschoss der Lebensgemeinschaft. Im Zwi­schenge­bäude liegen eine Waschküche und eine ehema­lige Milchküche, die als Lagerraum für Pferde- und Reitutensilien dient. Im Garten stehen ein separates, funkti­onstüchtiges Backhäuschen, eine gemütliche Sitz- und Grillecke und Kletter- und Spielgeräte zur Verfügung.

streitplatz-schaaf-500
streitplatz-pferd-500

Im Pferdestall finden mindestens 4 Islandpferde Platz, die, gemäß ihrer Rasse, ganzjährig auf der Wiese gehalten werden. Bei Bedarf kann der Stall als „Offenstall“ verwendet werden. Dazu gibt es Einzelboxen für kranke Pferde. Futter und Ma­schinen sind in den angrenzenden Scheunen und Garagen untergebracht. Ein Reitplatz und ein Roundpanel dienen zum Erler­nen von reittechnischen Fähigkeiten und zur Festigung die­ser, bevor Ausritte im Gelände stattfinden.

Des Weiteren leben 4 Heidschnucken und eine verwil­derte Katze auf dem Hof. Hunde der Mitarbeiter sind gern gesehene Gäste.

Die Schwerpunkte und das Team

Schwerpunkte unserer Arbeit sind:

  • Gestaltung des Alltags
  • Teilnahme am Leben und Orientierung an den Strukturen des Pferdehofes
  • Sicherstellung von schulischen und beruflichen Bildungsmöglichkeiten
  • Erlebnispädagogische Angebote
  • Elternarbeit
  • Permanente Reflektion des Verhaltens aller Beteiligten
  • Aufbau sozialer Kompetenzen
  • Entwicklung einer Lebensperspektive

Das Team besteht aus 4 pädagogischen Fachkräften (3,5 Vollzeitstellen); 0,5 Hauswirt­schaftskraft und 1 Ver­wal­ter/Hausmeister, der für die Tiere und Landwirtschaft verantwort­lich ist. Gerne bieten wir Jahrespraktikanten/innen im Rahmen ihrer Ausbildung die Mög­lichkeit ihr Anerkennungs­jahr in der Lebensgemeinschaft zu absolvieren. Leitung und Bera­tung sind anteilig vorhan­den. Supervi­sion ist für die Mitarbeiter verpflichtend.

Die Platzzahl und die Zielgruppe

Die Platzzahl ist auf 4 Plätze beschränkt. Zielgruppe sind Mädchen und Jungen im Alter von 7 bis 18 Jahren, ggf. junge Erwachsene, die aus unter­schiedlichen Gründen nicht mehr in der Ursprungsfamilie und dem Herkunfts­sozialraum leben können.

Besondere Aufnahmekriterien:

  • Traumatisierungen
  • AD(H)S

Besondere Auschlusskriterien:

  • Tierhaar- oder Heustauballergie
  • Tierquälerisches Verhalten

Die Methoden:

Die Kinder und Jugendlichen fühlen sich von Menschen, mit denen sie in ihrem bisherigen Leben zu tun hatten, oft im Stich gelassen. Sie befinden sich in einer sozialen Isolation, die sie aus unterschiedlichen Gründen nicht überwinden können. Der Kontakt zu Tieren kann leichter hergestellt werden, als zu Menschen. So bietet der Umgang mit Tieren den Kindern und Jugendlichen eine Möglichkeit, Kommunikation einzuüben und zu festigen. Die Kinder und Jugendlichen empfinden die Beziehung zum Tier, hier insbesondere zum Pferd, als ehr­lich, da ein Tier sich nicht verstellen kann. Entsteht eine Beziehung zwischen Kind/Jugendli­chem und Tier/Pferd, ermöglicht diese, wieder in eine Beziehung zum Men­schen zu treten. Voraussetzungen sind, die Pferdesprache zu erlernen und eine Zuverlässigkeit im Umgang mit dem Tier zu erlangen, z. B. regelmäßiges Füttern etc. Nebenbei kann das Reiten und Wissen und Regeln im Umgang mit Pferden erlernt werden.

Die Ziele:

Aufbau und Stärkung von sozial–emotionaler Kompetenz, Bindungsfähigkeit, Selbstsicher­heit und Fähigkeit zur Selbstbestimmung; Aufbau einer langfristigen Le­bensperspektive in der Form von Rückkehr in den Herkunftsbereich oder Konsolidie­rung in einer stabilen Be­treuungsform im Hinblick auf Verselbständigung.

Erlernen von bewusstem und selbständigem Handeln unter Berücksichtigung der sich entwi­ckelnden Fähigkeiten und Bedürfnisse; Rückgewinnung bzw. Erlangung von Verantwortung über das eigene Leben; Aufbau und Ausbau von Selbststeue­rungs- und Selbstheilungskräften; Entwicklung, Erarbeitung und Festigung biographi­scher Ziele; Bewältigung akuter und hemmender Brüche in der Lebensgestaltung; Überwindung eingefahrener negativer Verhal­tensweisen.

Partizipation

Die Partizipation an der Jugendhilfemaßnahme beginnt schon bei der Auswahl der Betreu­ungsstelle, die Maßnahme wird mit dem Kind/Jugendlichen gemeinsam entwickelt. Im Rah­men der Jugendhilfemaßnahme werden die Kinder/Jugendlichen an der Gestaltung des Grup­penall­tags und ihres Lebensumfeldes unter Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse beteiligt.

Ferner gehören dazu:

  • Essensauswahl und -zeiten
  • Freizeitgestaltung und Gestaltung von Urlaubsreisen
  • Gestaltung des eigenen Zimmers, der Gemeinschaftsräume
  • Ausgehzeiten unter Berücksichtigung der gesetzlichen Regelungen
  • freie Verfügung des Taschengeldes
  • gemeinsames Erarbeiten und Umsetzen von Regeln
  • gemeinsames Besprechen und Lösen von Problemen
  • individuelle und flexible Auswahl der Schulform

Beratung, Begleitung und Beschwerdemanagement des Trägers:

Eine regelmäßige Beratung und Begleitung durch die Erziehungsleitung der Jugendhilfe HO­RI­ZONT ist gegeben, sie findet persönlich vor Ort statt und durch eine 24-Stunden- Telefonbereitschaft. Supervision ist für alle Mitarbeiter von HORIZONT verpflichtend.

Die Kinder und Jugendlichen, die von der Jugendhilfe HORIZONT betreut werden, haben eine eigene, vertrauensvolle Beziehung zu der zuständigen Erziehungsleitung.

Im Rahmen des Beschwerdemanagements ist es für alle Mitarbeiter von HORIZONT ver­pflichtend, dass sie jedem Kind oder Jugendlichem gestatten, ohne Nennung von Gründen, jederzeit die El­tern oder den Vormund, den/die zuständige/n ASD Mitarbeiter/in, die Erzie­hungsleitung von HORIZONT oder den Leiter der Einrichtung anzurufen. Deren Telefon­nummern, sowie die Telefonnummer der Polizei, werden den Kindern/Jugendlichen bei Auf­nahme ausgehändigt. Den Kindern und Jugendlichen werden ihre Rechte bei der Aufnahme altersgerecht mitgeteilt und im Laufe der Betreu­ung durch die Erziehungsleitung fortlaufend in Erinnerung gerufen.

Darüber hinaus beginnt der Kinderschutz bei der Auswahl der Mitarbeiter. Neben dem er­weiterten, polizeilichen Führungszeugnis, legen die Mitarbeiter eine Erklärung vor, dass sie nicht wegen einer Straftat vorbestraft sind, die für ihre Position von Be­deutung sein könnte, und dass gegen sie kein strafrechtliches Ermittlungsverfahren anhängig ist. Es finden regel­mäßig Schulungen zum Thema Kindesschutz und Gewalt psychischer und physischer Art statt.

Teil des Aufgabengebietes der zuständigen Erziehungsleitung ist es zu kontrollieren, dass weder psychische noch physische Gewalt ausgeübt wird.

Die Rechtsgrundlage:

Rechtsgrundlage der Hilfe ist der § 27 SGB VIII in Verbindung mit den §§ 34, 35a, und 41 SGB VIII.

Die Kosten:

Das Entgelt wurde auf Grundlage der Leistungsbeschreibung gemäß Rahmenvertrag ausgehandelt.